Normung - Wer sind die Akteure auf nationaler und internationaler Ebene und wie wirken sie zusammen?


Nationale Normung

Das Deutsche Institut für Normung e.V. (Abk.: DIN) ist ein privat-wirtschaftlich getragener und eingetragener technisch-wissenschaftlicher Verein bürgerlichen Rechts mit dem Sitz in Berlin. Aufgrund vertraglicher Vereinbarungen mit der Bundesrepublik Deutschland ist das DIN die zuständige deutsche Normungsorganisation für die europäischen und internationalen Normungsaktivitäten und die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Organisationen und Gremien. Das DIN hat derzeit 1737 Mitglieder (Stand: Februar 2008) aus Wirtschaft Verwaltung und Wissenschaft.
Ein Beispiel für eine der vielen Normen ist DIN 476 Papierformat (seit 2002 teilweise ersetzt durch DIN EN ISO 216).

DIN-Normen haben den Charakter von Empfehlungen, bilden aber einen Maßstab für einwandfreies technisches Verhalten und sind daher im Rahmen der Rechtsordnung von Bedeutung. Verbindlich werden Normen dann, wenn sie in privatrechtlichen Verträgen vereinbart werden oder wenn in Gesetzen und Verordnungen auf sie Bezug genommen wird.


Europäische Normung

Auf europäischer Ebene nimmt das Europäische Komitee für Normung (Abk.: CEN; frz.: Comité Européen de Normalisation) die Aufgaben der Normung wahr. CEN ist eine der drei großen Normungsorganisationen in Europa und arbeitet als eine private Organisation und trägt die Verantwortung für die europäischen Normen (EN) in allen technischen Bereichen. Außnahmen sind Telekommunikation und der Elektrotechnik, für die das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) und das Europäische Komitee für elektrotechnische Normung (CENELEC) Verantwortung tragen. Das CEN mit seinem Sitz in Brüssel wurde im Jahre 1961 von den Nationalen Normungsgremien der Mitgliedsstaaten der "Europäschen Union"; damals der Mitgliedsstaaten von EWG und EFTA gegründet. Das DIN ist Mitglied des CEN.

An der Arbeit des CEN sind neben den 30 Mitgliedern mehr als 60.000 Experten und Industrieverbände, Konsumenten und andere gesellschaftliche Interessengruppen beteiligt.

Entsprechend der einschlägigen Vereinbarungen (CEN/CENELEC-Geschäftsordnung) werden die europäischen Normen (EN) von den nationalen Normungsorganisationen unverändert als nationale Norm übernommen. In Deutschland wird jede angenommene EN mit einem nationalen Vorwort als DIN-EN-Norm veröffentlicht. Die Bezeichnung lautet dann z.B. DIN EN ISO 216


Internationale Normung

Die Internationale Organisation für Normung (Abk.: ISO; von griech.: "isos"; dt.: "gleich") ist eine internationale Vereinigung von Nationalen Normungsorganisationen und trägt die Aufgabe der Erarbeitung von internationalen Normen mit Ausnahme der Telekommunikation und der Elektronik und Elektrik. Hier zeichnen die Internationale Fernmeldeunion (ITU) und die Internationale elektronische Kommission (IEC) verantwortlich.
Die World Standards Cooperation (WSC) wiederum wird nun als gemeinsame Organisation von ISO, IEC und ITU getragen, deren Ziel es ist, die gewachsenen Strukturen mit Mechanismen und effizienten Verfahren für ein integriertes internationales Normensystem zu versehen.
Im Rahmen der "Wiener Vereinbarung" wird die technische Zusammenarbeit zwischen ISO und CEN geregelt, hierbei wird die parallele Annahme der Arbeitsergebnisse der Normungsgremien mit dem Ziel durch geeignete Abstimmungsverfahren die gleichzeitige Anerkennung als Internationale und als Europäische Norm herbeizuführen verfolgt. Eine ähnliche Regelung mit dem Namen "Dresdner Vereinbarung" existiert zwischen IEC und CENELEC.
Im ISO sind über 157 Länder der Welt als Mitglieder vertreten. Das DIN ist seit 1951 für die Bundesrepublik Deutschland Mitglied der ISO.
Das ISO Central Secretariat hat seinen Sitz in Genf in der Schweiz.


ISO Standardisierung für Geoinformationen

Die ISO19100 Reihe bezeichnet die Familie der ISO-Standards für Geoinformationen. Sie sind eng an die Festlegungen des Open Geospatial Consortiums (OGC) gekoppelt. Das Open Geospatial Consortium (OGC) wiederum ist eine gemeinnützige Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Entwicklung raumbezogener Informationsverarbeitung mit allgemeingültigen Standards zum Zweck der Interoperabilität festzulegen. Das OGC setzt sich aus Mitgliedern von Regierungsorganisationen, privater Industrie und Universitäten zusammen.


Literatur und weiterführende Informationen: