Rasterdatendienst - Web Coverage Service


Ein Web Coverage Service (WCS) stellt Geodaten bereit, die Phänomene mit räumlicher Variabilität repräsentieren. Hierzu gehören beispielsweise Temperaturverteilung oder Höhenmodelle. Diese Daten können sehr detailliert und reichhaltig sein. Neben der Visualisierung können mit dem WCS thematische Daten bereitgestellt werden, beispielsweise zur Verwendung in komplexen Klima- oder Überflutungssimulationen. Die Ausgabe der WCS-Daten kann sowohl im Raster- als auch im Vektordatenformat erfolgen. Momentan ist die Spezifikation jedoch auf einfache, so genannte Grid Coverages begrenzt, d.h. die Daten werden in festen Abständen wie in einem Gitter strukturiert.

Web Coverage Service (WCS)

Forschung und Entwicklung

Projekt VAROS - Value-Adding Raster Services Based on Open Standards
Mit dem Ziel, die Standardisierung des Web-Coverage-Processing-Service (WCPS) bei OGC weiter voranzubringen führt die Jacobs Universität Bremen derzeit unter der Leitung von Prof. Baumann das Forschungsprojekt VAROS (Value-Adding Raster Services Based on Open Standards) durch. Gleichzeitig sollen hierbei die Nutzungsmöglichkeiten mit verschiedenen Szenarien überprüft und demonstriert werden.

VAROS ist ein von der ESA gefördertes Forschungsprojekt zur Verbesserung der Nutzung von Rasterdaten mit einer GDI-Architektur und steht im Kontext der Spezifikationsentwicklung bei OGC, die in der ebenfalls von Prof Baumann geleiteten OGC-Arbeitsgruppe Coverages stattfindet.

Auch vor dem Hintergrund, dass zu den Datenspezifikationen der INSPIRE-Annex II und III-Themen auch Rasterdatenformate erwartet werden, ist eine Beobachtung dieser Entwicklung von Interesse.

Technischer Hintergrund
Der WCPS-Standard erweitert den WCS (Rasterdatendienst, siehe auch Publikation der KSt. GDI-DE GEODIENSTE im Internet - ein Leitfaden um eine Grammatik, die es erlaubt einer Anfrage nach einem Rasterdatenausschnitt mathematische Operationen mitzugeben, so dass direkt das Ergebnis dieser Rasterdatenoperation geliefert wird. Dies ermöglicht zum Beispiel auf einfache Weise

  • komplexe n-Dimensionale Rasterdatenbestände so abzufragen, dass jeweils geeignete Ausschnitte geliefert werden (beispielsweise ein Raster für einen Zeitpunkt oder nur die zeitliche Veränderung einer Koordinate).
  • die zu übertragene Datenmenge auf nur den gewünschten Informationsgehalt zu reduzieren.
  • Analysemethoden anzuwenden, die sich mit dieser Grammatik beschreiben und Server-seitig bereitstellen lassen,
  • Rastertransformationen anzuwenden, um Rasterdatenbestände in anderen Vorgabeformaten bereitzustellen.

Unterstützung
Um möglichst realistische Szenarien zu betrachten und die Anforderungen der GDI-Praxis im Projekt zu berücksichtigen, sind reale Anwendungsfälle und Beispieldaten für das Projekt unentbehrlich.

Falls Interesse besteht, hier zu unterstützen, können

  • dem Projekt Beispieldaten - auch Ausschnitte oder ältere Daten - zur Verfügung gestellt und/oder
  • skizzierte Anwendungsfälle übermittelt werden, bei denen der Web-Coverage-Processing-Service hilfreich wäre.
Von besonderem Interesse für das Projekt wären:
  • Verschiedene Rasterdaten zu einem Gebietsausschnitt, da sich durch Kombinationsmöglichkeiten viele Anwendungsfälle ergeben.
  • Rasterdaten, die eine zeitliche Komponente oder weitere Komplexität aufweisen.
  • n-dimensionale Raster (z.B. auch Zeitreihen).
Falls Sie hier unterstützen möchten oder Fragen zu dem Projekt haben, wenden Sie sich bitte an Prof. Baumann von der Jacobs Universität Bremen