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Begriffsdefinitionen




Geodaten

Geodaten sind alle Daten mit direktem oder indirektem Bezug zu einem bestimmten Standort oder geografischen Gebiet (Art. 3 Nr. 2 der INSPIRE-Richtlinie).


Geodatensatz

Ein Geodatensatz ist eine identifizierbare Sammlung von Geodaten (Art. 3 Nr. 3 der INSPIRE-Richtlinie).


INSPIRE Geodatensatz

Ein für INSPIRE identifizierter Geodatensatz, d.h.

  • ein Geodatensatz, der im Geltungsbereich der INSPIRE-Richtlinie liegt und unter Zuhilfenahme der INSPIRE-Objektartendefinitionen einem oder mehreren INSPIRE-Anhang Themen zugeordnet werden kann.
  • ein Geodatensatz der im Rahmen des INSPIRE Monitoring gemeldet wird.


Konformer INSPIRE Geodatensatz

Ein INSPIRE Geodatensatz, der im INSPIRE-Format über INSPIRE-Netzdienste bereitgestellt wird.


Nicht-konformer INSPIRE Geodatensatz

Ein INSPIRE Geodatensatz, der entweder

  • noch nicht im INSPIRE-Format bereitgestellt wird (noch nicht transformiert) oder
  • nicht ins INSPIRE-Format transformierbar ist, aber dennoch einem INSPIRE-Anhang-Thema zugeordnet ist.

Hinweis: Auch ein nicht-konformer INSPIRE Geodatensatz kann (und muss) über INSPIRE-Netzdienste bereitgestellt werden.


Geodatensatzreihe

Eine Geodatensatzreihe ist eine Sammlung von Geodatensätzen mit derselben Produktspezifikation (Metadaten Verordnung, Anhang, Teil A Nr.1).

Geodatensatzreihen können also z.B. Daten desselben Produkts sein, welche zu unterschiedlichen Zeitpunkten oder für unterschiedliche geografische Bereiche erfasst wurden.


Geodatendienst

Ein Dienst der GDI-DE-Architektur, der Geodatensätze bereitstellt, verarbeitet oder recherchierbar macht.


INSPIRE-Netzdienst

INSPIRE-Netzdienste sind Dienste nach Artikel 11 der INSPIRE-Richtlinie:

  • INSPIRE-Suchdienste (ab 09.05.2011 bzw. 09.11.2011)
  • INSPIRE-Darstellungsdienste (ab 09.05.2011 bzw. 09.11.2011)
  • INSPIRE-Download-Dienste
  • INSPIRE-Transformationsdienste oder
  • INSPIRE-Dienste zum Abrufen von Geodatendiensten

Es handelt sich bei INSPIRE-Netzdiensten um Geodatendienste, die besondere Anforderungen an die Qualität (siehe INSPIRE-Durchführungsbestimmungen Netzdienste: Verfügbarkeit, Performanz, Kapazität) und die Funktionalität (d.h. die Schnittstelle, siehe GDI-DE Architektur und INSPIRE-Umsetzungsanleitungen zu den einzelnen Netzdiensten) erfüllen müssen.

Es ist gefordert, dass jeder INSPIRE-Geodatensatz im Rahmen des INSPIRE-Umsetzungszeitplans zumindest

  • über einen INSPIRE-Suchdienste recherchierbar ist, d.h. der Inhalt der Metadaten zu dem INSPIRE-Geodatensatz ist zugänglich (nach der GDI-DE Architektur ist es ausreichend sich an das Katalognetzwerk Geodatenkatalog-DE anzuschließen);
  • über einen Darstellungsdienst darstellbar ist;
  • über einen Download-Dienst herunterladbar ist;
  • und zur interoperablen Verwendung über einen Transformationsdienst umwandelbar ist (da in der GDI-DE Architektur gefordert ist, dass alle Geodatendienste die von INSPIRE geforderten Koordinatenreferenzsysteme bereits unterstützen, ist für die derzeit bekannten Anwendungsfälle keine Bereitstellung von Koordinatentransformationsdiensten gefordert).

Es ist weiterhin gefordert, dass Geodatendienste, die INSPIRE-Geodatensätze bereitstellen, verarbeiten oder recherchierbar machen im Rahmen des INSPIRE-Umsetzungszeitplans zumindest

  • über einen INSPIRE-Suchdienste recherchierbar sind, d.h. der Inhalt der Metadaten zugänglich ist (nach der GDI-DE Architektur ist es ausreichend sich an das Katalognetzwerk Geodatenkatalog-DE anzuschließen);
  • über einen „Dienst zum Abrufen von Geodatendiensten“ abrufbar sind.


INSPIRE-Netzdienst – Anfangsbetriebsfähigkeit

Alle geforderten Operationen der Schnittstelle (Funktionale Anforderungen) werden erfüllt.


INSPIRE-Netzdienst – volle Betriebsfähigkeit

Alle geforderten Operationen der Schnittstelle (Funktionale Anforderungen) und alle Anforderungen an Performance, Kapazität und Verfügbarkeit werden erfüllt.

Gemäß Art. 4 Abs. 1 der INSPIRE-Richtlinie gilt die Richtlinie für Geodaten, die bei einer Behörde vorhanden sind und unter ihren öffentlichen Auftrag fallen. Wie ist in diesem Zusammenhang „öffentlicher Auftrag“ auszulegen?

Der „öffentliche Auftrag“ i.S. von Art. 4 Abs. 1 der INSPIRE-Richtlinie ist gleichsetzen mit dem Begriff „öffentliche Aufgabe“ i.S. der Definition von  „Behörde“ nach Artikel 3 Nr. 9 der Richtlinie.

Dieser Begriff wird in der Umweltinformations-Richtlinie /Umweltinformationsgesetz wie folgt verstanden (Kommentarauszug) und kann insoweit auf das Geodatenzugangsgesetz und die Richtlinie 2007/2/EG übertragen werden:

„Öffentliche Aufgaben meint im Gegensatz zu privaten Zwecken Tätigkeiten mit Gemeinwohlbezug, deren Erfüllung im öffentlichen Interesse liegt (Erichsen/Scherzberg, Umsetzung, S. 12; Scherzberg, UPR 1992, 48 (50); Turiaux, UIG, 1995, §§ 2, 3 Rdnr. 101; Fluck/Theuer, GewArch 1995, 96 (97)). Die öffentlichen Aufgaben gehen damit über den Kreis der staatlichen Aufgaben hinaus. Nicht maßgeblich ist die Rechtsform des Handelns. Auch privatrechtliches Handeln kann öffentlichen Aufgaben dienen (allgemeine Meinung, s. nur Fluck/Theuer, in: Fluck, Informationsfreiheitsrecht, § 2 UIG Rdnr. 156; Turiaux, UIG, 1995, §§ 2, 3 Rdnr. 102). Der Begriff der „Wahrnehmung“ stellt auf das tatsächliche Wahrnehmen durch die Privatrechtsperson ab; ob eine Pflicht hierzu besteht, ist unerheblich (Fluck/Theuer, in: Fluck, Informationsfreiheitsrecht, § 2 UIG Rdnr. 161; Schomerus/Schrader/Wegener, UIG, 2. Aufl. 2002, § 2 Rdnr. 19). Personen des Privatrechts, die öffentliche Aufgaben wahrnehmen, sind insbesondere Verwaltungshelfer, derer sich eine Behörde zur Erfüllung ihrer Aufgaben bedient.“

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