NGIS

Nationale Geoinformations-Strategie

Geoinformationen sind die Grundlage vielfältiger Planungs- und Handlungsentscheidungen. Ihr voller Wert entfaltet sich insbesondere durch die Kombination mit unterschiedlichen Daten aus verschiedensten Quellen. Nur in der Zusammenschau können Zusammenhänge, Wechselwirkungen und sich daraus ergebende Konsequenzen erkannt werden.

Geoinformationen sollen

  • für alle raumbezogenen Entscheidungsprozesse wirkungsvoll einzusetzen sein,
  • in vollem Umfang wirtschaftlich erhoben und wertschöpfend genutzt werden,
  • helfen, nationale und lokale Interessen zu unterstützen und Verpflichtungen zu erfüllen.

Die deutsche Geoinformationspolitik muss als Gemeinschaftsaufgabe nachhaltig und zukunftsweisend gestaltet werden, damit die gesamte Komplexität des Themas angemessen berücksichtigt wird. Dafür ist eine abgestimmte strategische Herangehensweise erforderlich.

Aus diesem Grund hat das Lenkungsgremium Geodateninfrastruktur Deutschland (LG GDI-DE) 2015 unter Einbeziehung der Wirtschaft und der Wissenschaft in einem breit angelegten öffentlichen Online-Beteiligungsverfahren und unter starker politischer Resonanz die Nationale Geoinformations-Strategie (NGIS) entwickelt. Die NGIS stellt eine Vision dar. Die in ihr definierten Ziele beschreiben den angestrebten Zustand des Geoinformationswesens in Deutschland bis zum Jahr 2025.

Die NGIS richtet sich an alle Stellen der öffentlichen Verwaltung, der Wirtschaft und der Wissenschaft sowie an Interessengruppen, die Geodaten erheben, führen, bereitstellen oder nutzen. Diese sind aufgefordert, im Dialog über alle Fach- und Organisationsgrenzen hinweg mit eigenen Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele der NGIS beizutragen.

NGIS Rollenverständnis

Die NGIS definiert neben den Zielen auch ein gemeinsames Rollenverständnis aller beteiligten Akteure Sie stellt das Fundament der GDI-DE dar und bildet für diesen Bereich die strategisch-abstrakte Klammer und strahlt damit auch in andere Fachdisziplinen mit Geo-Bezug aus.

GDI-DE als Schlüssel zur Umsetzung

Der GDI-DE mit ihrer interdisziplinären Querschnittsfunktion kommt in der Umsetzung der NGIS-Ziele eine Schlüsselrolle zu: Mit ihrer Hilfe werden die vorhandenen Geoinformationen vernetzt, veröffentlicht und nutzbar gemacht. Nur über die möglichst allgemeine Verfügbarkeit von Geoinformationen gelingt es, das Bewusstsein für Bedeutung und Mehrwert von Geoinformationen zu steigern und deren gezielte Nutzung zu fördern. Dies betrifft insbesondere die Stellen, welche Geoinformationen bisher noch nicht gezielt nutzen.

Die hohe Relevanz der NGIS und der GDI-DE für die Digitalisierung hat auch der IT-Planungsrat erkannt und in seinen Berichten an die Konferenz des Chefs des Bundeskanzleramtes (ChefBK) mit den Chefinnen und den Chefs der Staats- und Senatskanzleien (CdS) die grundlegende Bedeutung der NGIS und der GDI-DE für die föderalen IT- und E-Government-Infrastrukturen herausgestellt. Die NGIS ist eine wichtige Ergänzung der Nationalen E-Government-Strategie (NEGS) und damit ein Baustein für die Digitalpolitik Deutschlands. Sie fördert die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen in der Informationstechnik und insbesondere im Datenaustausch und in der Anwendung verfügbarer Geoinformationen als wertvollem Allgemeingut.