GDI-DE Registry

Die GDI-DE Registry ist eine zentrale Anwendung innerhalb der Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE). Sie dient dazu, wichtige Festlegungen und Vorgaben für den Umgang mit Geodaten einheitlich bereitzustellen.

An vielen Stellen sind räumliche Informationen im Einsatz – etwa bei Verwaltungen, Fachverfahren oder in Planungsprozessen. Damit Daten zwischen diesen Systemen korrekt ausgetauscht und weiterverwendet werden können, müssen bestimmte Begriffe, Codes und Bezugssysteme eindeutig definiert sein. Die GDI-DE Registry beschreibt dafür Register und stellt diese dauerhaft für die einheitliche Nutzung von Geodaten bereit. Die zu diesem Zweck definierten themenbezogenen Einzel-Register verwalten jeweils spezifische Arten von Informationen, wie z.B.: 

  • Namensräume 
  • Codelisten oder 
  • Koordinatenreferenzsysteme.

Nutzende können hier die Register nachschlagen und in ihren Anwendungen verwenden. Gleichzeitig haben Datenbereitsteller die Möglichkeit, eigene fachliche Festlegungen bzw. Register in die Registry einzubringen und dort verbindlich zu veröffentlichen.
Auf diese Weise unterstützt die GDI-DE Registry die einheitliche Nutzung und Interoperabilität von Geodaten über Organisations- und Systemgrenzen hinweg.

Funktionsweise und Einsatz

Die nachfolgende Übersicht erläutert Funktionsweise und Einsatz der Registry, anschließend werden die einzelnen Register beschrieben.

Video file
Inhalt: Zweck der Registry, Registrierungsprozess, typische Einsatzszenarien, Nutzen für Interoperabilität, Dauer: 2:35 Minuten

 

Die Register und mögliche Einsatzszenarien

Organisationen-Register

Organisationen der GDI-DE, die als Akteure der GDI-DE Registry tätig werden, werden automatisch im Organisationsregister geführt.

Namensraum-Register

Organisationen der GDI-DE können hier Namensräume registrieren, die sie zur Erstellung von eindeutigen Ressourcenkennungen - z. B. Objekt-IDs oder Metadaten-IDs - benötigen. Durch die eindeutige Vergabe wird die Einmaligkeit jedes Namensraums garantiert. Die Organisationen können dann durch Kombination ihres registrierten Namensraums und lokaler Identifikatoren global eindeutige Identifikatoren für Geoobjekte oder andere Ressourcen sicherstellen. Daneben unterstützt die GDI-DE Registry, dass Geoobjekte über ihre Identifikatoren direkt abgerufen werden können.
Einsatzgebiet: Registrierung eines organisationsspezifischen Namensraums

Schema-Register

Im Schema-Register können Organisationen der GDI-DE ihre Datenmodelle veröffentlichen. Die Verwendung von einheitlichen und abgestimmten Datenmodellen für Geodatensätzen befördert die Interoperabilität in der GDI-DE. Die Datenmodelle der GDI-DE basieren auf der XML-Schema-Definition (XSD), einer Empfehlung des W3C zum Definieren von Strukturen für XML-Dokumente. Schema-Definitionen werden durch Codelisten und Darstellungsvorschriften (Styles) ergänzt und bilden zusammen das Datenmodell für einen Geodatensatz.

Codelisten-Register

Organisationen der GDI-DE können hier Codelisten verwalten, die bestimmte Sachverhalte beschreiben. Datenanbieter können die zu einem Geodatensatz zugehörigen Codelisten hier veröffentlichen und dem Nutzer zugänglich machen. Das Codelisten-Register dient der Wiederverwendung, aber auch der Harmonisierung dieser Sachverhalte.
Einsatzgebiet: Bereitstellung einer Codeliste

Style-Register

Über das Style-Register können Organisationen der GDI-DE ihre Datenmodelle ergänzen und die Visualisierung strukturierter Geodaten steuern. Die Styles sollten eng mit dem Datenmodell abgestimmt sein, sodass Attribute (z. B. Nutzungstyp, Klassifizierung) die Darstellung beeinflussen. Da es kein einheitliches Standardformat für Styles gibt, können sie in gängigen GIS-Formaten (z. B. ESRI, QGIS) hinterlegt werden. Einfache Styles sollten im SLD-Standard (Styled Layer Descriptor) gespeichert werden. Linien- und Polygon-Geometrien folgen festen Layoutvorgaben, Punkt- Geometrien sollten vorzugsweise als SVG vorliegen, um maßstabsunabhängig nutzbar zu sein. Weitere Rasterformate sind zulässig. Für Darstellungsdienste kann eine kartographische Legende hinterlegt werden.
Einsatzgebiet: Hinterlegung von Darstellungsregeln (Styles)

Monitoring-Register ("geschlossen")

Im Monitoring-Register sind die Geodatensätze und Geodatendienste registriert, deren Existenz und Indikatoren im Rahmen der INSPIRE-Berichtspflicht an die Europäische Kommission in den Jahren 2009 bis 2018 übermittelt wurden.
Die Europäischen Kommission führt das INSPIRE-Monitoring seit dem Berichtsjahr 2019 selbst durch. Daher wird das Monitoring-Register aktuell nicht mehr aktiv fortgeführt. Die Meldungen bis 2018 können weiterhin über das Register abgerufen werden. Die Daten selbst sind ab dem Jahr 2021 im GDI-DE Monitor zu finden und können dort auf Nachfrage zu Verfügung gestellt werden.

CRS-Register

Im CRS-Register können Organisationen Koordinatenreferenzsysteme mit den zugehörigen Parametern veröffentlichen, so dass diese aus Geodatensätzen referenziert und ihre Parameter bei Bedarf abgerufen werden können. Geodaten werden über die Angabe von Koordinaten und des verwendeten Koordinatenreferenzsystems eindeutig verortet. Während die Koordinaten Teil des Geodatensatzes sind, wird das Koordinatenreferenzsystem selbst über eine Referenz zugeordnet.
Einsatzgebiet: Referenzierung eines Koordinatenreferenzsystems (CRS)

Was die GDI-DE Registry leistet

Zentrale Registrierung von Ressourcen
Die GDI-DE Registry stellt eine zentrale Stelle dar, in der für die GDI-DE relevante Informationen verbindlich hinterlegt werden können, sodass sie organisationsübergreifend einheitlich und dauerhaft genutzt werden.
Vergabe persistenter Identifikatoren:
Registrierte Inhalte erhalten einen dauerhaften, URL-basierten Identifikator. Dieser bleibt stabil und kann langfristig in Geodatensätzen oder Diensten verwendet werden.
Öffentliche Referenzierbarkeit:
Die registrierten Informationen sind öffentlich abrufbar und können von anderen Komponenten direkt referenziert werden, ohne dass sie lokal vorgehalten werden müssen.
Unterstützung der Interoperabilität:
Durch einheitliche Referenzen, abgestimmte Codelisten und veröffentlichte Datenmodelle wird die technische und semantische Interoperabilität von Geodaten und Geodatendiensten verbessert.
Versionierung und Fortschreibung:
Änderungen an registrierten Inhalten werden nachvollziehbar gepflegt. Frühere Versionen bleiben dokumentiert und ermöglichen eine konsistente Weiterverwendung.
Reduzierung von Redundanzen:
Informationen müssen nicht mehrfach in verschiedenen Systemen gepflegt werden, da sie zentral referenziert werden können.

Grundlage, Dokumentation und weiterführende Informationen

Die konzeptionelle Grundlage der GDI-DE Registry bildet die Norm ISO 19135 (Geographic information – Procedures for item registration). Der darauf basierende Registrierungsprozess definiert Rollen wie: 

  • Submitter 
  • Control 
  • Body Register Owner

Diese Rollen strukturieren die Qualitätssicherung und Freigabeprozesse innerhalb der Registry.

Weitere Informationen zur technischen Umsetzung und zum Registrierungsverfahren finden Sie im Bereich der GDI-DE Registry im GDI-DE Wiki.